Wer liest heute mit wem? Welche Bücher? Wer singt und spielt dazu? - Wie in jedem Jahr bleiben die Antworten auf diese Fragen bis zum Beginn des Abends ein Geheimnis.
Der traditionelle „Ratzeburger Lesefrühling“ bietet auch diesmal den stets zahlreichen Besuchern wieder viel Abwechslung. Da sind die literarischen Neuheiten oder das beim Durchsuchen des
Bücherschranks wiederentdeckte Werk. Aber auch zufällige Bücherfunde oder die ganz persönlichen Begegnungen und Erfahrungen mit einzelnen Büchern können zum Vorlesen inspirieren. An jedem Abend
nehmen zwei Überraschungsgäste im stimmungsvollen Ambiente des Refektoriums auf dem „Gelben Sessel“ Platz und lesen aus den Büchern ihrer Wahl.
Die verschiedensten Genres, die bekannten oder auch unbekannten Autoren, die vorgetragenen Stimmungen, Bilder und Ereignisse oder der wechselnde Schreibstil machen das Besondere der Lesung aus und
faszinieren schon seit Jahren die Zuhörer. Nicht zuletzt die Lesenden selber sorgen durch ihre Person für ein spannendes und kontrastreiches Programm.
Die Lesevorträge werden dabei musikalisch von Beiträgen regionaler Künstler eingerahmt. Auch dies ist stets Teil der Überraschung. Keine Überraschung: Die Veranstaltung wird auch in diesem Jahr
wieder moderiert von Dr. Michael Hagedorn und Christian Maack-Buck.
Die Bürgerstiftung und die Domgemeinde fördern wie immer den Lesefrühling und das damit verknüpfte Spendenziel. Der Spendenerlös dient diesmal dem Projekt „Gemeinsam essen“ der LandFrauen Ratzeburg.
Die Veranstalter freuen sich auf Sie, ob Dauergast, ehemaliger Leser, Neu-Ratzeburger oder einfach nur Bücherfreund.
„Ratzeburger Lesefrühling“ vom 18.05. bis 22.05.26. Jeden Abend öffnet das Refektorium des Ratzeburger Domes um 19.30 Uhr für die Gäste seine Tore. Der Eintritt ist frei. Um einen Beitrag für das
Projekt "Gemeinsam essen" der LandFrauen Ratzeburg wird gebeten.
„Ratzeburger Wassermusik“ war der erste Arbeitstitel für
unsere neue Konzertreihe.
Das Besondere an der Idee: die Musiker spielen auf dem
Heck des Schiffes “Heinrich der Löwe”, das vor der Wiese
unterhalb des Kreismuseums vor Anker liegt, während es
sich die Zuschauer auf der leichten Hangwiese mit Blick auf
das Schiff und auf den Domssee gemütlich machen und das
Konzert bei einem Picknick genießen.
Den Auftakt macht die Bigband Bad Schwartau, die unter
professioneller Leitung seit über 20 Jahren auf den Bühnen
Ostholsteins zu Gast ist. Ihr Programm umfasst ein breites
Spektrum an Musikrichtungen von Pop über Soul bis Funk
und Rock.
Die Abende wollen die charakteristische Natur Ratzeburgs,
mit den Seen und den bewaldeten Hügeln in das Openair-
Erlebnis einbeziehen. Und wenn das Publikum es möchte,
soll es jährlich Musik am See geben. Mit wechselnden
Musikrichtungen aber der immer gleichen sommerlichen
Atmosphäre.
Obendrein ist das Ganze ohne festen Eintrittspreis.
Allerdings wird, wie gewohnt bei unseren Veranstaltungen,
ein Hut rumgehen in den wir uns einen Obulus zur Deckung
der Kosten erhoffen, wenn es Ihnen denn gefallen hat.
Sollte es wider Erwarten regnen, fällt das Konzert leider aus.
Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Ratzeburg Andreas v. Gropper bei der Preisverleihung des Stifterpreises Schleswig-Holstein mit Innenministerin Magdalena Finke. (Foto: privat)
Die Tafel Ratzeburg ist immer auf der Suche nach neuen Helfern. Die Tafel konnte schon viele Helfer gewinnen, doch helfende Hände werden nach wie vor gesucht. Wer sich engagieren möchte, kann sich jederzeit bei der Tafel Ratzeburg melden.
Wir freuen uns! Tafel Ratzeburg
Die besten Ideen fallen einem ein, wenn man gerade nichts tut und denkt. Manchmal kommt die Lösung über Nacht. Die Redewendung „Eine Nacht darüber schlafen“ verhalf auch Katharina Richter, engagierte Lehrerin an der Grundschule St. Georgsberg, zur Lösung ihres Problems. Weil im Unterricht mit den 13 DaZ-Kindern im Alter zwischen sechs bis elf Jahren, die Deutsch als Zweitsprache lernen, der Geräuschpegel oft mächtig anhob, musste eine zündende Idee her. Eines Morgens, nachdem Aufwachen, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. „Wir brauchen einheitliche Federtaschen. So können wir eine ruhige Arbeitsatmosphäre schaffen“, war sich Katharina Richter sicher.
Ruhe durch Federtaschen? Kann das wirklich klappen? Wer die Schülerinnen und Schüler beobachtet – einige sind erst wenige Wochen in Deutschland, andere leben schon Jahre hier, unterhalten sich zu Hause aber nur in ihrer Landessprache - schaut meist in strahlende und konzentrierte Gesichter. Vor allem bei Malübungen. Die blauen oder roten Federtaschen liegen vor jedem Schüler oder Schülerin auf dem „Parkplatz“, auf der roten DaZ-Mappe, immer an derselben Stelle. Der Inhalt ist bei allen gleich. Sogar die Buntstifte oder Bleistift müssen immer eine gewisse Größe haben. Und angespitzt, selbstverständlich. Wenn die Stifte zu klein sind, bekommen die Kinder im Tausch einen neuen. So kann es im Unterricht immer sofort losgehen. „Das war früher oft schon ganz schön verrückt“, erzählt Katharina Richter. “ Wenn gebastelt oder ein Bild gemalt werden sollte, suchte der eine Schüler seine Buntstifte in seinem Ranzen zusammen. Ein anderer musste seine erst einmal spitzen. Jemand lieh sich vom Nachbarn den Radiergummi aus. Und die Schere hatten viele erst gar nicht dabei.
So gut die Idee mit den identischen Federtaschen auch war, ein Problem musste noch gelöst werden. Oft ist für die Eltern aus Syrien, Somalia, Tschetschenien, aber auch aus Polen, Ungarn oder Rumänien die Wichtigkeit von gutem und vollständigem Schulbedarf nicht so bedeutend. „Als ich anfing, nach möglichen Paten Ausschau zu halten, hätte ich nie gedacht, dass mir so schnell geholfen wird“, sagt Katharina Richter. Eine anonyme Spenderin und die Bürgerstiftung Ratzeburg ermöglichen mit dem „Federtaschenpatenamt“ dieses Projekt bereits im dritten Jahr, zuletzt mit einer Zuwendung 350 Euro. „Eine tolle Sache, die mit viel persönlichem Einsatz angegangen wird“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas von Gropper. „Ein kleines Projekt mit einer großen Wirkung.“ Die Buchhandlung Weber unterstützt dankenswerterweise die Aktion.
Auch wenn sich die Schülerinnen und Schüler der DaZ-Klasse untereinander meist noch nicht verständigen können, so ist der Umgang miteinander respektvoll und achtsam, wohl aber sehr lebhaft und temperamentvoll. Wertvolle Hilfe erhält die DaZ-Klasse durch Levon Groneberg, 18 Jahre alt (Freiwilliges Soziales Jahr) und Hege Hoops, 18, die nach dem Abitur an der Lauenburgischen Gelehrtenschule ein Praktikum absolviert. Kurios ist, dass die früher als Schülerin der dritten Klasse Katharina Richter als Klassenlehrerin hatte.
Nach dem gemeinsamen Frühstück werden die Kinder von Katharina Richter weiter angehalten zu sprechen. Sie selbst spricht in ganzen Sätzen, in einfacher Sprache oder verständigt sich mit Händen und Füßen. „Es geht bei uns natürlich viel lebhafter zu als in anderen Klassen“, sagt Katharina Richter, „aber sie müssen sich an Regeln halten.“ Ein Schüler ist gerade in die Klasse gekommen und hat die Tür krachend hinter sich zu geschlagen. Die Lehrerin schaut den Schüler nur an und spricht ruhig und bestimmt: „Bitte noch mal. Nicht zu schlagen. Am Griff“. Wie von Zauberhand geht diesmal alles von selbst.